Vorwort über juristische Belange
Das vorliegende Buch ist eine theologische Abhandlung über zentrale Fragestellungen in Bezug auf die Glaubensgrundlagen des Islam. Dabei geht es vor allem um die Frage, was den primären Inhalt des islamischen Monotheismus-Verständnisses ausmacht und wie dieser Inhalt in den frühesten Quelltexten des Islam wiedergegeben und definiert wurde.
Da die gegenwärtige Diskussion um den Islam, vor allem in westeuropäischen Ländern und insbesondere im deutschsprachigen Raum, einen Zustand erreicht hat, der mittlerweile auch eine wissenschaftliche Abhandlung innerislamischer theologischer Diskurse nicht mehr zulässt, ist es unerlässlich, dieser Problematik hier schon zu Beginn dieses Buches ein eigenes Vorwort zu widmen.
Im Folgenden wird dazu in einigen Abschnitten auf die zunehmende Kriminalisierung islamisch-theologischer Inhalte hingewiesen und auf einige absurde Behauptungen eingegangen, die auch zum Thema dieses Buches einen starken Bezug haben2.
In Anbetracht der derzeitigen, häufig unwissenschaftlichen und irrationalen Diskussionen zu allem, was mit dem Thema Islam zu tun hat, sei sowohl Muslimen als auch Nicht-Muslimen angeraten, dieses Vorwort zu lesen. Zu viele Menschen geben ihre Meinung zum Besten, ohne sich jemals in fundierter Weise mit der islamischen Theologie befasst zu haben – auch solche, die aufgrund irgendwelcher Randkenntnisse, beispielsweise aus den Politikwissenschaften, als große Kenner des Islam stilisiert wurden.
Ein prominentes Beispiel, das in diesem Vorwort angesprochen werden soll, ist der Politikwissenschaftler Guido Steinberg, dessen gutachterliche Tätigkeit in Bezug auf islamisch-theologische Belange aufgrund unwissenschaftlicher und teils hochspekulativer Vorgehensweise bereits zu zahlreichen Fehlschlüssen und Falschbehauptungen führte, welche gerne bei der mittlerweile faktisch bestehenden Gesinnungsverfolgung von Muslimen missbraucht werden.
Kapitel dieses Abschnitts
- Versuche der Kriminalisierung islamisch-theologischer Inhalte
- Irrige Behauptungen Dr. Guido Steinbergs: Exkommunikation und Tötungslegitimation
- Die Unkenntnis Steinbergs über das Wort Takfir
- Der Fehlschluss, Takfir wäre eine uneingeschränkte Tötungslegitimation
- Hinweis auf den islamrechtlichen Begriff der Munafiqin/Heuchler
- Fazit zum Thema des angeblichen Takfirismus
- Was mit diesem Buch somit nicht bezweckt wird
Fußnoten
- Um manchen Lesern eine Wiederholung zu ersparen, sei hier darauf hingewiesen, dass dieses Vorwort – bis auf einige Fußnoten – auch in einer weiteren Abhandlung vom Verfasser des vorliegenden Buches, mit dem Titel „Das islamische Glaubensbekenntnis“, angeführt ist. ↩