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Wer Fatwa gibt, spricht stellvertretend für den Schöpfer aller Dinge

Hauptteil · Volltext-Kapitel aus der Schrift Die enorme Angst der frühen Gelehrten, Fatwa zu geben · Als PDF lesen

قُلْ أَرَأَيْتُمْ مَا أَنْزَلَ اللَّهُ لَكُمْ مِنْ رِزْقٍ فَجَعَلْتُمْ مِنْهُ حَرَامًا وَحَلَالًا قُلْ آللَّهُ أَذِنَ لَكُمْ أَمْ عَلَى اللَّهِ تَفْتَرُونَ

Sag: „Habt ihr gesehen3, was Allah euch an Unterhalt (Rizq) hinabsandte und (wo) ihr dann (eurerseits) daraus (teils) Verbotenes und (teils) Erlaubtes gemacht habt?“ Sag (weiter): „Hat Allah euch etwa Erlaubnis (dafür) erteilt, oder erdichtet ihr Lügen im Namen Allahs?!“

(Sure 10: 59)


Fußnoten

  1. Bzw. in der Bedeutung von „Habt ihr (denn nicht) gesehen“. Dieser Teil der Ayah wird auch übersetzt mit: „Was meint ihr zu dem…“, „Wie seht ihr das…“ und „Was meint ihr wohl…“.
  2. Dieser Ausdruck wurde in Anlehnung an den Ausdruck einiger Gelehrten in der arabischen Sprache gewählt und ist in dem Sinne zu verstehen, dass der Gelehrte ja den Din Allahs auf der Welt vertritt und Allah ihn mit der Verkündung betraut hat. Somit spricht er „in Vertretung für seinen Herrn“. Zuvor und noch eher sind die Propheten in diesem Sinne die Verkünder und Stellvertreter Allahs auf Erden.
    Ebenso verhält es sich beim Ausdruck „an Seiner Stelle sprechen“, da ja Allah selbst den Din nicht jedem einzelnen Menschen verkündet, sondern diverse Personen in die Position gebracht hat, diese Aufgabe auszuführen.
    Natürlich ist damit nicht gemeint, dass der Mensch Allah in irgendetwas annähernd gleich käme oder irgendwelche Taten Allahs im gleichen Maße wie der Schöpfer übernehmen könnte, geschweige denn alle Taten des Schöpfers!