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Das islamische Glaubensbekenntnis (Zusammenfassung)

Worum geht es in Das islamische Glaubensbekenntnis?

Das Glaubensbekenntnis (Shahadah) nimmt eine zentrale Rolle in der islamischen Religion ein: Durch seine Bezeugung tritt ein Mensch in den Islam ein, und in ihm ist die Bedeutung des Islam zusammengefasst. Es handelt sich dabei jedoch um weit mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis oder einen bloßen Glauben — bestimmte Überzeugungen, Gefühle, Taten und Aussagen sind aus theologischer Sicht unerlässlich.

Vorab wird klargestellt, dass die theologische Auseinandersetzung mit den Bedingungen des Glaubensbekenntnisses keine automatische Exkommunikation (Takfir) und schon gar keine Gewaltlegitimation bedeutet — ein verbreitetes Missverständnis, dem u. a. mit dem Hinweis auf den islamrechtlichen Begriff der Munafiqin (Heuchler, äußerlich Muslime ohne inneren Glauben) sowie auf zahlreiche anerkannte Formen friedlichen Zusammenlebens zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen begegnet wird.

Der erste Teil, „Das Glaubensbekenntnis und andere Zeichen für den Islam einer Person", erläutert die Bedeutung der Shahadah, ihre Gültigkeitsvoraussetzungen (Wille und Verständnis der Bedeutung) sowie weitere äußere Zeichen des Islam wie Gebet und andere Handlungen. Der zweite Teil, „Fragestellungen zum Bekenntnis des Islam", vertieft das Thema anhand des Hadith von Safwan ibnu 'Assal als Beispiel angewandter Hadith-Wissenschaft.

Kernaussagen von Das islamische Glaubensbekenntnis

Inhaltliche Gliederung des Buches

  1. Vorwort: Klarstellung zur rein theologischen Natur der Debatte, Widerlegung der Takfir-Missverständnisse am Beispiel Guido Steinbergs, Hinweis auf den Begriff der Munafiqin, Abgrenzung von Sektiererei- und Gewaltlegitimations-Vorwürfen.
  2. Teil 1 — Das Glaubensbekenntnis und andere Zeichen für den Islam einer Person: Bedeutung der Shahadah, Unterschied zwischen Islam und Iman, Voraussetzungen von Wille und Verständnis, der Hadith von Usamah ibnu Zaid, Vorrang des eindeutigen Textes vor dem Verstand, Aussagen der Gelehrten, Gebet und weitere Taten als Zeichen, islam-ungültig-machende Taten, Zurückhaltung und Vorsicht (Tawarru', Ihtiyat), Wissen und Sanftmütigkeit bei der Erklärung der Religion.
  3. Teil 2 — Fragestellungen zum Bekenntnis des Islam: Der Hadith von Safwan ibnu 'Assal als Beispiel angewandter Hadith-Wissenschaft, Ahmad ibnu Hanbals Korrektur eines falsch überlieferten Wortlauts, eine Aussage von Ash-Shafi'i in Al-Umm, die Überlieferung von Ishaq ibnu Rahawaih über das längere Bekenntnis als Vorsichtsmaßnahme.
  4. Anhang: Hinweise zur Umschrift, chronologisches Autorenverzeichnis und Quellenverzeichnis.

Zentrale Begriffe (Glossar)

Ahlu l-Kitab
„Leute der Schrift" — Bezeichnung für Juden und Christen.
Da'wah
Verkündung des Islam.
Dhimmah
Vertragliche Vereinbarung, durch die Nicht-Muslimen unter islamischer Herrschaft Staatsbürgerrechte und Schutz garantiert werden.
Din
Religion.
Fatwa
Ein auf einen konkreten Fall angewandtes religionsrechtliches Urteil; darf nur von hinreichend Kundigen erteilt werden.
Hadith / Isnad
Prophetenüberlieferung bzw. deren Überlieferungskette, zentrales Prüfinstrument der islamischen Hadith-Wissenschaft.
Ihtiyat
Vorsicht, Vorsichtsmaßnahme.
Iman
Der innere, im Herzen verborgene Glaube samt aller damit verbundenen inneren und äußeren Taten und Aussagen; steigt durch gute und sinkt durch schlechte Taten.
Islam
Hier im engeren Sinn: der äußerliche, durch das Bekenntnis sichtbare Teil der Religion — im Gegensatz zum inneren Iman.
Kufr
Gewöhnlich als „Unglaube" übersetzt, jedoch nicht auf bloße Unkenntnis oder Nicht-Glauben reduzierbar.
Munafiq (Plural: Munafiqun)
Heuchler; äußerlich Muslim, ohne entsprechenden inneren Iman.
Mushrik (Plural: Mushrikun)
Polytheist, wörtlich „der Beigesellende".
Nabiyy
Prophet, der die Botschaft eines vorherigen Gesandten verkündet.
Nifaq / Nifaq Akbar
Heuchelei / „große Heuchelei".
Rasul
Gesandter, der von Allah mit einer eigenen Botschaft entsandt wurde.
Salaf
Die frühen, rechtschaffenen Generationen – und im Besonderen ihre Gelehrten.
Shahadah
Glaubensbekenntnis; vom Verb shahida („bezeugen"). Das Aussprechen der beiden Bekenntnisteile, mit denen der Islam angenommen wird.
Shahadatain
Die beiden Teile des Glaubensbekenntnisses zusammen: „la ilaha illallah" (Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah) und „Muhammadun Rasulullah" (Muhammad صلى الله عليه وسلم ist der Gesandte Allahs).
Sha'irah (Plural: Sha'a'ir)
Riten und Zeichen der Religion.
Shari'ah
Islamisches Recht.
Shirk
Polytheismus, Beigesellung; die Zuschreibung von Anbetung oder göttlichen Eigenschaften an ein Wesen neben Allah. Gegensatz zu Tauhid.
Takfir
Das Urteil, dass eine Person Kafir (kein Muslim) ist.
Tauhid
Islamischer Monotheismus; die Lehre von der Einheit Gottes, Allah zu „Einem" machen in Schöpfertum, Namen/Eigenschaften und Anbetung.
Tawarru'
Bewusste Zurückhaltung gegenüber allem, was zweifelhaft ist (im Buch: gegenüber Personen mit zweifelhaftem Ruf).
Umgebende Umstände und Indizien (Qara'in wa Ahwal)
Faktoren, die bei religionsrechtlichen Urteilen über eine Person ausdrücklich mitberücksichtigt werden, statt allein auf ein einzelnes Wort oder eine einzelne Handlung abzustellen.

Methodik und Quellen

Die Argumentation verfährt theologisch und zugleich Hadith-wissenschaftlich (Isnad-kritisch, also anhand der Prüfung von Überlieferungsketten) und stützt sich auf eine eigens vom Verfasser angefertigte Qur'an-Übersetzung nach Vergleich gängiger deutscher Übersetzungen. Zitiert werden vor allem Sahih al-Bukhari, Sahih Muslim, der Musnad Ahmad ibnu Hanbal, der Musnad Abu Dawud at-Tayalisi sowie die Sunan at-Tirmidhi und Tafsir at-Tabari. Inhaltlich zentral für den zweiten Teil sind Al-Umm von Ash-Shafi'i sowie die von Abu Bakr al-Khallal überlieferten Aussagen Ahmad ibnu Hanbals (Ahkamu Ahli l-Milal). Jede zitierte Gelehrtenperson wird mit Sterbedatum vorgestellt (siehe Autorenverzeichnis am Ende dieser Seite).

Für wen ist Das islamische Glaubensbekenntnis relevant?

Primär angesprochen sind Muslime und Menschen, die sich bereits mit dem Islam beschäftigen und gewisse Vorkenntnisse über die Religion mitbringen. Zugleich ist die Schrift bewusst so formuliert, dass auch der interessierte nicht-muslimische Leser ohne Vorwissen gute Einblicke in die islamische Denkweise sowie in die Vorgehensweise bei der Beweisführung innerhalb einer islamisch-theologischen Abhandlung gewinnen kann. Dem Muslim ermöglicht sie eine fundiertere Kenntnis der eigenen Religion, dem interessierten Nicht-Muslim Einblicke in grundlegende Inhalte und Sichtweisen der islamischen Theologie.

Weiterführende Inhalte



Chronologisches Verzeichnis der frühislamischen Autoren

Sortiert nach Sterbedatum (zuerst nach der Hijrah-Zeitrechnung, danach nach christlicher Zeitrechnung).