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Der Hadith von Usamah ibnu Zaid رضي الله عنه

Teil 1 · Volltext-Kapitel aus dem Buch Das islamische Glaubensbekenntnis · Als PDF lesen

Die große Bedeutung der Shahadah zeigt sich an folgendem Hadith, den Al-Bukhari in seinem Sahih-Werk überliefert:

أَخْبَرَنَا أَبُو ظَبْيَانَ قَالَ سَمِعْتُ أُسَامَةَ بْنَ زَيْدٍ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُمَا يَقُولُ بَعَثَنَا رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ إِلَى الْحُرَقَةِ فَصَبَّحْنَا الْقَوْمَ فَهَزَمْنَاهُمْ وَلَحِقْتُ أَنَا وَرَجُلٌ مِنْ الْأَنْصَارِ رَجُلًا مِنْهُمْ فَلَمَّا غَشِينَاهُ قَالَ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ فَكَفَّ الْأَنْصَارِيُّ فَطَعَنْتُهُ بِرُمْحِي حَتَّى قَتَلْتُهُ فَلَمَّا قَدِمْنَا بَلَغَ النَّبِيَّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ فَقَالَ يَا أُسَامَةُ أَقَتَلْتَهُ بَعْدَ مَا قَالَ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ قُلْتُ كَانَ مُتَعَوِّذًا فَمَا زَالَ يُكَرِّرُهَا حَتَّى تَمَنَّيْتُ أَنِّي لَمْ أَكُنْ أَسْلَمْتُ قَبْلَ ذَلِكَ الْيَوْمِ

… Usamah ibnu Zaid رضي الله عنه sagte: Der Prophet صلى الله عليه وسلم sandte uns nach al-Huraqah. Wir griffen (dort dann) den Stamm an und besiegten ihn.

Ich und ein anderer von den Ansar verfolgten einen Mann von ihnen und als wir über ihm waren (um ihn zu töten), sagte er la ilaha illa-llah. Der Ansari ließ von ihm ab, aber ich stach ihn mit meinem Speer und tötete ihn schließlich.

Als wir dann zurückkehrten, erreichte diese Nachricht den Propheten صلى الله عليه وسلم und er sagte: „Oh Usamah, hast du ihn getötet, nachdem er la ilaha illa-llah gesagt hat?“

Ich sagte: „Er wollte sich (damit) (vor dem Tod durch die Waffe) schützen.“ Aber er [der Prophet صلى الله عليه وسلم] hörte nicht auf, es zu wiederholen, bis ich mir wünschte, dass ich nicht zum Islam gekommen wäre vor jenem Tag.

In einer weiteren Überlieferung bei Al-Bukhari heißt es:

إِنَّمَا كَانَ مُتَعَوِّذًا

„Er wollte sich (damit) nur (vor dem Tod durch die Waffe) schützen.“

In einer weiteren Überlieferung bei Muslim ist folgender Wortlaut zu finden:

فَقَالَ رَسُولُ اللهِ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «أَقَالَ لَا إِلَهَ إِلَّا اللهُ وَقَتَلْتَهُ؟» قَالَ: قُلْتُ: يَا رَسُولَ اللهِ، إِنَّمَا قَالَهَا خَوْفًا مِنَ السِّلَاحِ، قَالَ: «أَفَلَا شَقَقْتَ عَنْ قَلْبِهِ حَتَّى تَعْلَمَ أَقَالَهَا أَمْ لَا؟»

Da sagte der Prophet صلى الله عليه وسلم: „Er sagte la ilaha illa-llah und du hast ihn (dann) getötet?!“

[Daraufhin meinte Usamah:] Ich sagte: „Oh Gesandter Allahs! Er hat sie (die Shahadah) nur aus Angst vor der Waffe ausgesprochen!“

Hierauf sagte er [der Prophet صلى الله عليه وسلم]: „Hast du denn etwa sein Herz geöffnet, um zu wissen, ob er es8 (mit dem Herzen tatsächlich) gesagt hat oder nicht?“

Erklärung dieses Hadith

Es geht hier aber um den Hinweis darauf, dass er durch sein Bekenntnis äußerlich den Willen bekundete, in den Islam einzutreten.

Das zeigt sich aus allen Überlieferungen und wird insbesondere in der zweiten genannten Überlieferung bei Al-Bukhari und jener bei Muslim noch deutlicher durch das Wort „nur“ in der Argumentation von Usamah.

Denn darin heißt es: „Hast du denn sein Herz geöffnet, um zu wissen, ob er sie (mit dem Herzen tatsächlich) gesagt hat oder nicht?“ – wobei mit „sie“ die Shahadah gemeint ist.

Dabei ist aber darauf hinzuweisen, dass das Äußere eines Menschen bzw. die umgebenden Umstände klar darauf hindeuten können, dass ein Mensch mit dem Bekenntnis gar nicht in den Islam eintreten will – weil er es z. B. nur zitiert oder er den Inhalt zwar als richtig anerkennt, aber nicht Muslim sein will.

Solche Umstände können ebenso darauf hinweisen, dass ein Mensch den Inhalt gar nicht verstanden hat – was z. B. der Fall sein kann, wenn er gleichzeitig Taten oder Aussagen zeigt, die den Islam einer Person ungültig machen.

Auch in diesen beiden Fällen bezieht sich das Urteil über die Person also nur auf das Äußere! Wenn jemand z. B. weiterhin den Götzen dient, kann man nicht sagen, man achte hier nur auf „das Äußere“, nämlich das Bekenntnis. Sein Götzendienst ist in diesem Fall ebenso Teil „des Äußeren“!

Das erinnert an den Unterschied zu dem, was heute gang und gäbe ist, nämlich, dass Menschen alles verdrehen und schließlich sogar glatt lügen, um vor anderen besser dazustehen – wovon paradoxerweise auch manche Menschen, die sich mit dem islamischen Wissen beschäftigen, sehr betroffen sind. Man müsste annehmen, dass es sich genau umgekehrt verhält.

Fußnoten

  1. Das Bekenntnis. Im Arabischen ist das Personalpronomen hier weiblich gehalten, also „sie“ für „die Shahadah“.