Was ist verwerfliche Philosophie und warum wurde sie von den frühen Gelehrten abgelehnt?
Viele Leute verstehen die gesamte Problematik der Philosophie im islamischen Kontext nicht. Im Großteil der islamischen Welt und ihrer Lehreinrichtungen wird sogenannte „islamische Philosophie“ gelehrt. Dies geht so weit, dass „'Ilmu l-Kalam“, also Philosophie, in den meisten Lehreinrichtungen heute als Synonym für die islamische Glaubenslehre ('Aqidah) benutzt wird!
Darüber hinaus gibt es bei vielen Leuten, vor allem im deutschsprachigen Raum, eine Verwirrung um das Wort Mantiq. Das arabische Wort al-Mantiq kommt im Qur'an (27:16) in der Bedeutung von „Sprache“ vor. Im heutigen Sprachgebrauch wird das Wort häufig auch in der Bedeutung von „Logik“ verwendet.
Leute, die keinen Einblick in solche Dinge haben, empfinden deshalb schnell als problematisch, wie man Logik ablehnen kann. Solche Leute verstehen wie gesagt die ganze Problematik nicht. Deshalb glauben sie, wer al-Mantiq ablehnt, der würde dadurch jeden logischen Denkvorgang ablehnen, was natürlich in hohem Maße absurd ist.
Natürlich hat kein Gelehrter jemals abgelehnt, seinen Verstand zu benutzen und verstandesmäßige Beweise zu verwenden. Dass Eins und Eins Zwei ergibt, die Folge nach der Ursache kommt, eine Summe größer ist als die einzelnen Bestandteile usw., solche Dinge sind selbstverständlich.
Die Problematik entstand hingegen dort, wo die (nicht)islamischen Philosophen versuchten, alle Glaubensinhalte, wie z.B. die Eigenschaften Allahs, durch ihren Verstand zu erforschen. Dabei gingen sie so weit, nicht nur die textuellen Beweise von Anbeginn zu ignorieren, sondern ihnen sogar deutlich zuwiderzuhandeln, wenn sie ihrer „logischen“ Ableitung widersprachen.
Es kann hier nicht genauer auf dieses Thema eingegangen werden, aber aus diesem Hinweis sollte völlig klar geworden sein, dass niemand von den Salaf oder den Gelehrten nach ihnen vernünftiges Denken und verstandesmäßige Beweisführungen von Grund auf ablehnte.