Nur eine monotheistische Seele betritt das Paradies
Die Aussage in der Kapitelüberschrift ist eine theologische Grundlage im Islam. Gemeint ist damit, dass nur jene Seele ins Paradies eingehen kann, die ihrem Herrn voll ergeben ist. Wie bereits mehrfach deutlich wurde, ist genau dies die Bedeutung des Wortes „Muslim“.
Nur der Monotheist also, der neben dem einen Herrn nichts anderes anbetet, kann seinen Platz im Paradies finden. Mit Muslim bzw. Islam ist in diesem Zusammenhang also der schon erwähnte „allgemeine Islam“ gemeint. Es handelt sich dabei um die Botschaft aller Propheten عليهم السلام. Deshalb werden auch alle früheren Propheten und ihre Anhänger im Koran als Muslime bezeichnet, was an vielen Stellen des Koran zu sehen ist.
Das im Text Gesagte bezieht sich somit auf all jene, die ihren jeweiligen Propheten عليهم السلام folgten und ihre Kunde annahmen, egal um welchen Propheten es sich dabei handelt. Deshalb muss jeder Muslim davon überzeugt sein, dass es unter den Anhängern von Moses und Jesus, also den Juden und Christen, ohne Zweifel tatsächliche Monotheisten gab, die das Paradies auch betreten werden – und diese waren nicht wenige an der Zahl. Das ist eine theologische Selbstverständlichkeit, deren Ablehnung kufr wäre.
al-Bukhari رحمه الله berichtet in seinem Sahih-Werk von Abu Hurairah رضي الله عنه und in einem weiteren Hadith von 'Abdullah ibnu Mas'ud, einen interessanten Ausspruch des Propheten صلى الله عليه وسلم in diesem Bezug:
لَا يَدْخُلُ الْجَنَّةَ إِلَّا نَفْسٌ مُسْلِمَةٌ
Das Paradies betritt nur und ausschließlich eine muslimische Seele.
Das Wort „muslimah“ wird hier also als Eigenschaft im Sinne von „monotheistisch“ und „voll und ganz gottergeben“ gebraucht. Auf den Polytheisten trifft diese Beschreibung klarerweise nicht zu.